Leserbrief einer Allentsteiger Gemeinderätin

Seekonzept
Wozu brauchen wir eine Firma, eine Arbeitsgruppe etc. die ein neues Seekonzept für Allentsteig entwickelt?
Den Teich gibt es in Allentsteig schon immer. Dass dieser Teich vor Jahrzehnten das Badeparadies der Allentsteiger war, wird vielen noch in guter Erinnerung sein. Wir hatten ein wunderschönes Badehaus (wurde unter dem damaligen Bürgermeister Dir. Schaffarik abgerissen) mit Kabinen und Kästchen. Für die Schwimmer gab es mehrere Einstiege ins Wasser, in Form zweier breiten Holztreppen und mehrerer schmaler Metalltreppen. Gerne benützt wurden von allen die große Rutsche sowie das Trampolin. Die Nichtschwimmer erfreuten sich an einen, mit Bojen abgegrenzten, Nichtschwimmerbereich, in dem auch eine kleine Rutsche vorhanden war. Für die Kleinkinder wurde mit einem weißen Holzzaun ein Bereich abgegrenzt, wo das Wasser ganz seicht war. So war der Badespaß ungetrübt und passieren konnte nichts.
Zwei breite Holzstege im Teich boten Gelegenheit zum Liegen. Ebenso konnte man sich „an Land“ auf den vielen Holzpritschen ausbreiten, die zur Genüge vorhanden waren. Platz war genug für alle. Sogar das Bundeheer wurde in Lastwägen zum Teich chauffiert, Parkmöglichkeit für die LKWs fand sich am Teichdamm.
Für die hungrigen Badegäste gab es den Kiosk von Weber Gusti. Eis, Schnitten, Wurstsemmeln, Getränke etc konnte man da kaufen. Dieser Kiosk hatte eine kleine Terrasse, wo Tische und Sesseln aufgestellt waren. Diese Terrasse war beliebt bei den Senioren, konnten sie hier, im Schatten sitzend, das geschäftige Treiben am Teich miterleben.
Mit einem Schlag war dieses idyllische Badeleben vorbei und das Badeparadies zerstört – nämlich zu dem Zeitpunkt als die damalige Gemeindeführung unter Bgm. Schaffarik den Bau des Waldbades beschloss. Rund um den vormaligen Badebetrieb am Teich war nun alles tot – wo vorher quirliges Leben, Regsamkeit geherrscht hatte, war nun Grabesstille. Unser wunderschönes altes Holzbadehaus, aus der Jahrhundertwende, wurde durch einen hässlichen Betonklotz ersetzt.
Nun will man wieder einmal zu Taten schreiten und sich ein Denkmal, wenn auch ein unrühmliches, setzen.
Die ÖVP-Fraktion hat bei der letzten Gemeinderatssitzung am 28.06.2012 ein „Seekonzept neu“ beschlossen. Kosten ca. Euro 500.000!!!!!!
3 Varianten sind zur Auswahl gestanden.
1. Variante :Ein Bad bei der Jugendwiese (von der Entfernung ja ganz günstig!!!!),
2. Variante: Ein Bad ungefähr beim ehemaligen Badegelände
3. Variante: Bestehende Waldbad renovieren

Gott sei Dank wurden auch Kinder befragt. Die haben sich für Variante 2, ein Bad in der Nähe des ehemaligen Badeplatzes entschieden.
Wenn nun auch die bestehenden Ressourcen genutzt würden(das würde auch billiger kommen), wäre das schön. Aber nein, das geht gar nicht. Man muss alles neu erfinden! Den ehemaligen „Badestrand“ (das Gelände ist ja immer noch vorhanden) in das neue Konzept zu integrieren, fällt keinem ein. Eine größere Liegefläche muss geschaffen werden, auch wenn dafür Bäume geopfert werden müssen. Welcher Träumer glaubt, aufgrund eines Bades, in ungefähr der Mitte des Teichs, würde der Massentourismus angelockt, soll die nächsten 1000 Jahre weiterschlafen. Ein Becken im Teich, laut Stadtrat Waldhör für Schwimmer, die keine Fische wollen, ist in meinen Augen ein riesengroßer Unsinn. Auch im Meer ist allerlei Getier vorhanden und die Leute gehen dort baden.
Auf die Frage von GR Jungwirth, warum man den alten Teil in die Pläne nicht integriert hat, waren die Antworten: die Liegefläche wäre dort zu klein, es wird auch einen Verbindungsweg geben, laut Fr. Stadtrat Weber ist dieser Teil auch für Leute, die den Kinderlärm nicht wollen. Und dies aus dem Munde einer Lehrerin!!
Wie man bei der Präsentation gehört hat, laufen einige Pumpen, die zur Betreibung dieses Projektes erforderlich sind, Tag und Nacht. Da werden die Kosten nicht gerade gering sein. Zur Betreuung dieser Anlage wird eine Person notwendig sein, es wird aber keinen Bademeister geben. Angeblich ist das rechtlich auch in Ordnung!
Der geplante Sprungturm kann auch nicht umgesetzt werden, aufgrund der geringen Tiefe des Teichs.
Stadtrat Kainz hat sich erkundigt, der Betrieb im Waldbad kann aufrecht erhalten werden. Die Pumpe ist nicht kaputt, sie ist zwar 30 Jahre alt, hat aber einen stabilen Kern. Sollte die Pumpe in ferner Zukunft (in ein, zwei, fünf, 10 Jahren oder nie, das kann niemand voraussehen, wir sind alle keine Hellseher) doch einmal kaputt werden, würden sich die Kosten auf ca. Euro 140.000 belaufen.
Auf Frage der SPÖ was bei einem Neubau mit dem Waldbad geschehen soll, ist man anscheinend noch unschlüssig. Entweder ein Campingplatz, WC und Duschen wären ja vorhanden oder man könnte auch einen Beachvolleyplatz machen. Also was jetzt! Ich frage mich, was ist das für ein Konzept? In meinen Augen nicht gut durchdacht.
Stadtrat Kainz hat einige berechtigte Fragen bezüglich dieses Projektes gestellt, worauf GR Klang gemeint hat, man muss zuerst über das Projekt abstimmen und dann könnte man Fragen stellen. Ich muss sagen, GR Klang hat schon eine eigenartige Vorstellungsweise! Meiner Meinung nach muss man im Vorfeld Fragen abklären, um entscheiden zu können, ob man die Verantwortung für ein Projekt mittragen will oder nicht.
Da in den letzten Jahren nichts von den Wahlversprechen der ÖVP umgesetzt worden ist, hat es für mich den Anschein, man will die Bevölkerung nun zwanghaft mit einem Projekt beglücken. Hört man sich aber in der Bevölkerung um, sind sehr viele von diesem Projekt überhaupt nicht angetan. Warum wird die Bevölkerung nicht befragt?
Das Geld, das man jetzt unnütz verpulvern will, könnte man anderweitig einsetzen, z. B. in der Altersvorsorge.
Man kann nur sagen, oh Du armes Allentsteig. Vor Jahren warst Du eine blühende Stadt!  Was haben sie nur mit Dir gemacht?

Gemeinderätin ADir Erika Jungwirth, Allentsteig

Klar und deutlich bekennt sich GR ADir.Erika Jungwirth zum Stadtsee, der in seiner natürlichen Schönheit erhalten werden soll:

„Das Waldbad erhalten und auch im See baden können, so wie es jetzt eben auch ist. Ich will  das Becken und auch die Verlegung der Liegefläche nicht!“

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